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Please hold the line

Vor meiner Schwedenreise im vergangenen Sommer habe ich ein Mobile-Abo beim Hotspot-Anbieter boingo.com abgeschlossen. Und prompt vergessen, nach den Kündigungsbedingungen zu schauen.

Beim Prüfen meiner aktuellen Kreditkartenrechnung fiel mir jetzt wieder ein, dass ich den Service immer noch abonniert habe, ohne ihn zu nutzen. Gesagt, getan, der Account wird gekündigt. Doch, äh, Moment mal. Bei boingo.com finde ich auf Anhieb keine Kündigungsmöglichkeit. Tante Google liefert Unheil verheissendes auf die Suchanfrage ‘boingo+unsubscribe’. «it’s ok as long as you don’t want to unsubscribe», schreibt da etwa ein User. Ein anderer erzählt, er will seinen Anwalt einschalten. Der hatte aber nicht begriffen, dass er ein Abo abschliesst. Naja, versteckt wird das nun wirklich nicht.

Trotzdem klingt da alles nur so halb super. Irgendwo dann der Hinweis: «they want you to call them by phone». Und woanders, die Ergänzung: «plan on spending hours if you want to cancel your boingo-account». Das hebt meine Stimmung nicht eben. Ich kehre zu den FAQ zurück und lese: Zum Kündigen bitte anrufen. Per E-Mail an den Support gäb’s weitere Informationen, steht da ebenfalls. Was heisst das? Ich seufze und greife zum Telefon, denn drei Tage auf eine Antwortmail warten, um am Ende doch anrufen zu müssen, darauf kann ich verzichten.

Während mich die erste Tonbandansage empfängt, google ich nach der internationalen Nummer: Lohnt es sich, in der Warteschleife zu hängen oder käme es mich am Ende günstiger, mir ein Jahr weiterhin den monatlichen Betrag abbuchen zu lassen? Nein, alles ok: 00800-Nummern sind tatsächlich gebührenfrei. Gut, wir sind jetzt im kostenfreien Hold-the-line-Univesum. Es dauert. Ich stelle das Telefon auf Lautsprecher und widme mich anderen Dingen.

Doch nun zur Pointe an der ganzen Sache:

Es stellt nämlich, zumindest im Oktober 2010, nicht das geringste Problem dar, einen boingo.com-Account zu kündigen. Die Warteschleife dauert knapp 10 Minuten, so rasch habe ich glaube ich noch keinen Schweizer Telekommunikationsanbieter erreicht. Der Account ist in zwei Minuten unter Angabe von E-Mail und der vier letzten Ziffern der Kreditkarte geschlossen, die letzte Abbuchung von vor gestern wird mir innert drei Arbeitstagen rückerstattet.

«Ooh, you’re calling all the way from Switzerland?!», flötet die junge Dame am anderen Ende, während meine Angaben verarbeitet werden. Ich finde das lustig, weil mir das im Zeitalter globaler digitaler Kommunikation nicht ganz so abwegig vorkommt wie ihr offensichtlich. Trotzdem beeilt sie sich, zu erklären: Falls ich wieder ein Konto eröffne, kann ich in Zukunft per E-Mail an den Suport kündigen. Ich bin sogar geneigt, ihr zu glauben, dass sie sich den Hint mit dem ‘Unsubscribe’-Button notiert hat, auch wenn ich nicht glaube, dass der noch kommt, das würde es wohl doch zu einfach machen.

Was schliessen wir daraus? Ich würde die Dienstleistung jederzeit wieder in Anspruch nehmen (und bezahlen). Und ich empfehle sie gerne weiter, in Stockholm hat’s super funktioniert, die Hotspot-Dichte war beeindruckend und die Funktionalität sehr gut. Und: kündigen geht auch wirklich ziemlich easy.

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