Das war’s, das letzte Bye Bye Bye ist gesagt. Ist meine Wohnung jetzt leer? Würde ich weitermachen wollen? Mache ich’s am Ende sogar? Fragen über Fragen. Da interviewe ich mich doch mal zu.

Also jetzt erzähl mal: Wie war’s?
Ehrlich jetzt? Anstrengend. Nicht so sehr die Idee und das Weggeben von Dingen. Mehr das Drumherum. Fotos machen, Fotos bearbeiten – bloggen. Und am Ende sind mir auch ein bisschen die Geschichten ausgegangen. Man kann nun mal nicht über jedes Ding was lustiges erzählen. Und bei trivialen Dingen wiederholen sich die Erläuterungen mit der Zeit.

Dann bereust Du, dass Du Dich auf die Idee eingelassen hast?
Nein, überhaupt nicht. Es war ein interessantes Experiment und alles in allem eine gute Zeit. Besonders überrascht hat mich, wieviele Menschen sich überhaupt für diese Sache interessiert haben.

Inwiefern?
Als erstes sagen die Seitenstatistiken ein bisschen was, klar. Sogar während der Zeiten, in denen ich mit dem Schreiben nicht mehr hinterher kam, sind die Besuche nicht wirklich abgefallen. Das fand ich schon erstaunlich. Besonders viele Leser hatte ich natürlich, als meine Kollegen von imgriff.com hier, hier und hier auf das Projekt verwiesen haben. Und ich habe über Referrer und Kommentare auch selber viele interessante Dinge entdeckt. Zum Beispiel ein neues Lieblingsblog, das ich jetzt schon eine Weile regelmässig lese: Frau Ding Dong’s Leben. I like (das alles).

Und jetzt hast Du quasi nichts mehr?
Oh doch, natürich. Ich habe immer noch jede Menge Dinge und so wird es auch bleiben. Mein Ziel war eigentlich gar nicht direkt ein minimalistisches, auch wenn das meist so aufgefasst wurde. Obwohl ich es auch ganz schön finde, dass es mancherorts wieder mehr Platz gibt, hatte ich vor allem eine Sorte Dinge im Visier: Dinge, die eigentlich kaputt sind oder wenn nicht, trotzdem nie benutzt werden oder sonst irgendwie überflüssig (geworden) sind. Natürlich gab es auch anderes, Dinge, die ich eigentlich mag und aber festgestellt habe, dass ich sie nicht besitzen muss. Ich buche das als Lernerfolg ab.

A propos: Was hast Du denn jetzt gelernt in diesem Jahr?
Mich zu trennen von Dingen. Und bewusster einzukaufen. Ich habe wirklich ein Faible für Krimskrams und für schöne Dinge, und jetzt stehe ich oft irgendwo mit so einem muss-ich-haben-Ding und denke: «In sechs Wochen steht es im Blog, also kann ich es auch gleich hier lassen». Das war wirklich ganz heilsam, auch wenn ich natürlich nicht vollkommen geheilt bin.

Du machst also weiter?
Nein, auf keinen Fall! Jedenfalls nicht in dem Modus, den ich mir für dieses Jahr auferlegt habe. Ich würde mir wirklich sehr gut überlegen, ob ich mir nochmals ein Projekt anlache, das tägliches posten im Blog erfordert. Allerdings glaube ich schon, dass ich öfter mal kritisch in meine Schränke, Schubladen und Regale schauen werde. Und hier und da gibt’s vielleicht mal eine Zusatzzahl zum Bye Bye Bye-Jahr, wer weiss.

Gibt es denn ein neues Projekt?
Ja, das gibt es. Aber ich verrate erst morgen, was es ist.

Dann bis morgen.
Ja, bis morgen.

 

Bye Bye Bye? Worum ging’s da überhaupt?